Insektenschwund

Die Krefelder Studie belegt, dass der Bestand an Insekten in weniger als 30 Jahren um 75 % zurückgegangen ist. Diese Zahlen werden ebenfalls für Luxemburg vermutet. Das „Luxembourg Institute of Science and Technology“ (LIST) hat 2018 festgestellt, dass fast jede dritte Schmetterlingsart vom Aussterben bedroht ist. Von den 89 in Luxemburg registrierten Arten sind bereits 6 % ausgestorben und weitere 19 % vom Aussterben bedroht. Die Gründe für den globalen Insektenschwund sind noch nicht vollständig erforscht, aber einige Ursachen wie veränderter Lebensraum, Klima, Landwirtschaft oder Lichtverschmutzung liegen auf der Hand.

Veränderte Lebensräume / Lebensraumverlust

  • Viele insektenfreundliche Flächen fielen in den vergangenen Jahrzehnten der „Flurbereinigung“ zum Opfer. So fehlen Weiden, Streuobstwiesen, Hecken oder feuchte Senken zunehmend in der Landschaft. 
  • Luxemburgs Wirtschaft und auch die Bevölkerung wachsen und mit ihnen die Zahl neuer Siedlungen, neuer Gewerbegebiete und Straßen. Damit geht wertvoller Lebensraum verloren. 
  • Private Gärten sind oft steril gestaltet und Pestiziden ausgesetztund eignen sich dadurch nicht als Lebensraum für Insekten.  

INTENSIVIERTE LANDWIRTSCHAFT

  • Durch den großflächigen Anbau von Monokulturen verschwinden wertvolle Flächen für zahlreiche Insektenarten.
  • Der Einsatz von Insektiziden dezimiert nicht nur die für die Landwirtschaft schädlichen, sondern auch viele nützliche Insekten.
  • Die massive Verwendung von Düngemitteln verändert die Pflanzenzusammensetzung und damit auch die Lebensräume der Insekten.
  • Der großflächige Einsatz von Herbiziden eliminiert zahlreiche Pflanzenarten, die Insekten als Nahrung oder als Nistplatz dienen.

LICHTVERSCHMUTZUNG

  • Viele nachtaktive Insektenarten werden von Licht angezogen und dadurch von ihrem natürlichen Lebensraum weggelockt. Anstatt Nahrung zu suchen, sich zu paaren oder Eier zu legen, verfliegen sie ihre Energievorräte an den Lampen, sterben vor Erschöpfung oder sie verbrennen an heißen Glühbirnen. 
  • Einige Insektenarten nutzen das Licht des Mondes und der Sterne oder auch ihr Spiegelbild auf dem Wasser, um sich zu orientieren, um ihre Beute zu verfolgen und ihren Räubern zu entkommen. Diese verwechseln die Lampen möglicherweise mit solchen natürlichen Wegweisern und sind dadurch desorientiert.

KLIMATISCHE VERÄNDERUNGEN

Welchen Einfluss der Klimawandel auf den Insektenschwund hat, ist wissenschaftlich noch nicht weitgehend erforscht. Allerdings scheinen erhöhte Temperaturen u.a. den Hummeln zu schaffen zu machen. Hummeln gehören zu den Wildbienen, die in vielen Teilen der Welt zurückgehen. Sie fühlen sich in kühleren Regionen wohl und sind schon bei niedrigen Temperaturen aktiv. Das macht sie bei Obst und Gemüse zu höchst effizienten Bestäubern.