Nutzen der Insekten im Ökosystem

Insekten sind zwar klein und unbeliebt, aber ihre Bedeutung ist enorm groß. Ihre Vielfalt, Formen und Farben sind in der Lebenswelt unvergleichlich. Ohne Insekten würde fast kein Ökosystem funktionieren.

Bestäuber und Samenverbreiter

  • In Europa sind etwa 150 verschiedene Nutzpflanzen und rund 80 Prozent der Wildpflanzen abhängig von der Bestäubung durch Insekten.
  • Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten fliegen von Blüte zu Blüte, um Nektar zu sammeln. Dabei bleibt Blütenstaub (Pollen) am Körper des Insekts hängen. Es trägt den Staub weiter und bestäubt damit die nächste Blüte.
  • Einen Großteil der Bestäubungsleistung wird von Wildbienen (Solitärbienen und Hummeln) sowie Schwebfliegen übernommen.
  • Viele Obstpflanzen wie Äpfel, Kirschen, Birnen, Pflaumen, Preiselbeeren, Himbeeren oder Erdbeeren tragen nur Früchte, wenn sie von Insekten bestäubt wurden.
  • Viele Waldbaumarten wie Ahorn, Rosskastanie, Kirsche, Weide oder Linde hängen von der Bestäubung durch Insekten ab.
  • Waldameisen verteilen die Samen von rund 150 Pflanzenarten.

Glied in den Nahrungsketten

  • Spechte, Schwalben, Mauersegler, Meisen und Spatzen sind typische insektenfressende Vögel. Fütternde Mauersegler-Brutpaare sammeln für ihre Kleintiere pro Tag über 20.000 Insekten.
  • Viele kleinere Wirbeltiere ernähren sich ganz oder teilweise von Insekten und deren Larven. Dazu gehören unter anderem Mäuse, Igel, Eidechsen oder Frösche. Auch die Fledermäuse gelten als geschickte Insektenjäger.
  • Die Nahrung von Süßwasser-Speisefischen wie Forelle oder Lachs besteht bis zu 90 % aus Insekten und Insektenlarven, zum Beispiel Fliegen- und Mückenlarven.
  • In über 130 Ländern essen rund zwei Milliarden Menschen Insekten wie Maden oder Heuschrecken, weil sie schmackhaft sind und eine wichtige Proteinquelle darstellen.

Helfer in der Landwirtschaft

  • Viele Gemüsepflanzen wie Spargel, Bohnen, Kohl, Mohrrüben, Kürbis oder Tomaten werden von Insekten bestäubt.
  • Futterpflanzen für Masttiere wie Rinder und Schafe sind von der Bestäubung durch Insekten abhängig.
  • Über 50 Insektenarten werden in der Landwirtschaft für die Schädlingsbekämpfung gezüchtet und eingesetzt.

Wiederverwerter und Bodenbereiter

  • Viele Insekten leben im Boden wie z.B. Ameisen und Käfer. Ihre Bewegung und Transporttätigkeit halten den Boden fruchtbar. Ameisen lockern den Boden mit ihren Gangsystemen auf und fördern dadurch die Wurzelbildung der Pflanzen sowie eine bessere Belüftung des Bodens.
  • Einige Insektenarten wie Mistkäfer oder Schmeißfliegen fressen den Kot oder die Kadaver von größeren Tieren. 
  • Springschwänze sind wichtige Zersetzer im und auf dem Boden. Sie zernagen Falllaub und anderes pflanzliches Material und sorgen dadurch für eine erste Zerkleinerung der organischen Substanz. Auf einem Quadratmeter Boden leben bis zu 100.000 Springschwänze.