Landwirtschaft

Gemeinsam gegen den Artenschwund

Neben dem Flächenverlust durch Bebauung und den Klimawandel wird auch die intensive Landwirtschaft als Hauptursache für den Rückgang von Insekten verantwortlich gemacht. Landwirte werden daher oft kritisiert, setzen aber häufig nur um, was der Markt diktiert. Eine nachhaltige und insektenfreundliche Landwirtschaft ist damit ein gesamtgesellschaftliches Ziel, für das alle etwas tun müssen. In Zusammenarbeit mit den nationalen Beratungsstellen wollen die Naturparke durch weitere Beratungsangebote, Vorträge und runde Tische interessierten Landwirten den Wert einer vielfältigen Insektenfauna näherbringen.

Dabei soll nicht nur diskutiert werden, weshalb vielfältig strukturierte Landschaften so wichtig sind und wir nur gemeinsam mit den Landwirten eine Chance haben dem Insektensterben entgegenzuwirken, sondern auch wie Naturschutz ein Standbein sein kann und Landwirte sich zum Thema Förderung der Biodiversität in der Landwirtschaft weiterbilden können.

Biodiversitätsvertrag, AUKM & Co

Mit Agrar-Umwelt-Klima Maßnahmen (AUKM) und Biodiversitätsverträgen existieren bereits erfolgversprechende Programme, um die Biodiversität und damit auch Insekten in der Agrarlandschaft zu fördern. Viele landwirtschaftlich genutzte Flächen liegen in Natura 2000 oder anderen Schutzgebieten und erfüllen somit bereits eine Voraussetzung, um an den Programmen teilzunehmen. Landwirte, die sich entschließen mitzumachen, bekommen dann nach Vertragsabschluss finanzielle Unterstützung, um beispielsweise Ertragsverluste auszugleichen.

Gemeinsam mit den nationalen landwirtschaftlichen Beratungsstellen und dem Natura 2000 Betreuer wollen die Naturparke den Landwirten hinsichtlich dieser Programme eine bessere und umfangreichere Beratung bieten und Betriebe auch bei der Umstellung auf Biolandwirtschaft bestmöglich unterstützen.

Neue Wege für mehr Biodiversität

Auf landwirtschaftlichen Nutzflächen außerhalb von Schutzgebieten können nur begrenzt Agrar-Umwelt-Klima Maßnahmen (AUKM) umgesetzt oder Biodiversitätsverträge abgeschlossen werden. Um Landwirten dennoch die Möglichkeit zu geben, auch auf diesen Flächen etwas für unsere Umwelt und die Biodiversität zu tun, initiieren die Naturparke ein Pilotprojekt mit freiwillig teilnehmenden Landwirten. Dabei wollen sie herausfinden, was für Auswirkungen die Umsetzung biodiversitätsfördernder Maßnahmen auf die Entwicklung von Insektenpopulationen und Artenvielfalt haben, ohne dabei Betriebsführung und Ertragsverluste aus den Augen zu verlieren.

Diese Erkenntnisse sollen dabei helfen, solche Maßnahmen gezielter ein- und umzusetzen und Landwirte angemessen für ihre Arbeit zu entlohnen. Und weil jede Fläche zählt und Tiere sich nicht an menschengemachte Grenzen halten, sind auch Maßnahmen außerhalb von Schutzgebieten wichtig und ein wichtiger Bestandteil zur Förderung des Biotopverbundes.