Asthaufen
Wann immer Schnittgut bei der Grünanlagenpflege anfällt, muss dieses nicht zwingend entsorgt und gehäckselt werden. Ast- und Laubhaufen sind hervorragende Lebensräume für verschiedene Lebewesen, Vögel, Insekten und Kleinsäuger. Igel fühlen sich hier zum Beispiel wohl, sodass sie als Strukturelemente in die Landschaftsgestaltung integriert werden können. Damit erhöht sich die Diversität und Attraktivität eines Lebensraumes, und auch innerorts kann mit der Zeit mehr Natur beobachtet werden.
Aufwand
Finanziell | niedrig | |
Gestalterisch | niedrig | |
Fachliche Expertise bei der Planung | niedrig | |
Fachliche Expertise beim Bau | niedrig | |
Fachliche Expertise bei der Pflege | niedrig |
Astwerk - Schnittgut als Werkstoff
Bei der Pflege von Grünanlagen fällt immer wieder Astschnitt an. Der muss nicht im Häcksler verschwinden! Daraus können wertvolle Lebensräume gebaut werden, sei es als einfacher Haufen, Ersatz für eine Sichtschutzwand, eine Abgrenzungsmauer oder als gestalterisch anspruchsvolle Landart Skulptur.
Überall, wo Äste fallen
Überall wo Bäume oder Sträucher wachsen, gibt es abgestorbene Äste. So findet sich im Innern von älteren Hecken ein dichtes Geäst von lebenden und abgestorbenen, aber unbelaubten Ästen. Unter großen alten Bäumen gibt es immer Ansammlungen von heruntergefallenen dickeren und dünneren
Gut geschützt
Nicht nur in und von den Ästen leben viele Tiere. Ein dichter Haufen von Ästen bietet vielen Vogelarten, aber auch anderen Kleintieren einen Ort, an dem sie gut vor Beutegreifern geschützt sind. Durch das Vergehen der Äste entsteht am Boden ein humusreicher Mulm, in dem es sich gut überwintern lässt. Der Einbau von Igelhäusern ist eine Extra-Einladung für wohnungssuchende Igel.
Schön ist es, wenn auch gröberes Lebensraumholz mit integriert wird und das Futter für die vielen Tiere, also Blüten, Blätter und Früchte einheimischer Wildpflanzen in der Nähe wachsen. In einer freiwachsenden Wildstrauchhecke, als Einfriedung eines naturnahen Bereiches oder als gestalterischer Hingucker, von vielen Wildblumen umgeben, findet sich immer etwas Futter in der Nähe.
Haufenweise Lebensräume
Grundsätzlich reicht es, Schnittgut locker aufzuhäufen. Schon nach wenigen Stunden feiert hier wahrscheinlich der ortsansässige Spatzenschwarm seine erste Party. Dünne Äste können aber auch zwischen Pflöcken faschinenartig aufgeschichtet werden, das wird oft „Benjes-Hecke“ genannt. Je nach Höhe dienen diese Elemente als Grundstücksabgrenzungen, Sichtschutzelemente oder Sitzbänke. Wenn das Element dauerhaft sein soll, dann sind Pfosten aus dauerhafter Robinie zu empfehlen.
Immer mal wieder nachlegen
Im unteren Bereich des Asthaufens verrottet das Material besonders schnell, der Haufen sackt also mit der Zeit zusammen. Wenn er erhalten bleiben soll, wird er regelmäßig mit frischen Schnittgut nachgefüllt. Dabei können dann gleich Pfosten auf die Standsicherheit überprüft und gegebenenfalls ersetzt werden.
Auf die Gestaltung kommt es an
Da Schnittholz normalerweise als Abfall wahrgenommen wird, sollte eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit und Beschilderung die Maßnahmen begleiten, die schon vor der Verwendung von Lebensraum bei der Gestaltung einsetzt. Sollen gut nutzbare Bänke entstehen, darf die oberste Lage nur weiche und dornenfreie Zweige enthalten. Der Einbau von Sitzflächen aus Holzbrettern macht Astbänke noch einladender.
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