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Bevor Maschinen das Heu zu Ballen pressten waren Heuhaufen ein wichtiger Teil der traditionellen Landwirtschaft. Das getrocknete Gras wurde von Hand aufgeschichtet, oft zu kegelförmigen Haufen, damit Regenwasser abfließen konnte. Solche Heuhaufen prägten das Landschaftsbild vieler ländlicher Regionen und waren unverzichtbar, da sie die Versorgung von Vieh im Winter sicherstellten.

Durch die lockere Schichtung des getrockneten Materials bietet ein Heuhaufen Schutz- und Versteckmöglichkeiten für viele Insekten. Wird der Heuhaufen dauerhaft angelegt, finden zusätzlich mit der Zeit Abbauprozesse statt, wodurch die Artenvielfalt zusätzlich gefördert wird. Gleichzeitig bietet sich die praktische Möglichkeit, entstehendes Mahdgut direkt auf der Fläche zu "entsorgen" , wodurch weite Wege entfallen.

Aufwand

Finanziell
niedrig
Gestalterisch
niedrig
Fachliche Expertise bei der Planung
niedrig
Fachliche Expertise beim Bau
niedrig
Fachliche Expertise bei der Pflege
niedrig
Welche Erlebnisse, Funktionen und welche Ästhetik bietet die Fläche?

Ein Heuhaufen ist ein kleines, lebendiges Ökosystem, das Natur auf einfache und sinnliche Weise erfahrbar macht. Er bietet zahlreichen Insekten, Spinnen und Kleinsäugern Schutz, Nahrung und ein wichtiges Überwinterungsquartier. Durch seine lockere Struktur entsteht ein vielfältiges Mikroklima, das die Biodiversität fördert und natürliche Kreisläufe unterstützt. Gleichzeitig besitzt der Heuhaufen eine ursprüngliche, ländliche Ästhetik. 

Wo findet sich der entsprechende Lebensraum in der Landschaft?

Heuhaufen finden sich in der natürlichen bzw. naturnahen Landschaft vor allem in offenen Kulturlandschaften. Typische Orte sind artenreiche Wiesen, Weiden, Streuobstwiesen und Waldränder, wo Heu traditionell gemäht und zwischengelagert wird. Besonders in extensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften entstehen Heuhaufen als temporäre Strukturen nach der Mahd. 

Ein Heuhaufen ist ein vom Menschen geschaffener, sekundärer Lebensraum. Er entsteht durch landwirtschaftliche Nutzung (Mahd, Trocknung, Aufschichtung von Gras) und kommt daher nur in Kulturlandschaften vor.

Welcher Lebensraum entsteht und mit welchen Maßnahmen kann der biodiversitätsfördernde Wert erhöht werden?

Der Heuhaufen ist ein Kleinstlebensraum, der vor allem als Rückzugs-, Überwinterungs- und Nahrungsraum für Insekten, Spinnen, Bodenorganismen und Kleinsäuger dient. Er bildet ein vielfältiges Mikroklima aus trockenen, warmen und feuchteren Zonen und fördert so unterschiedliche Arten.

Der biodiversitätsfördernde Wert lässt sich erhöhen, indem artenreiches, spät gemähtes und ungedüngtes Heu verwendet wird, der Haufen locker und unregelmäßig aufgeschichtet ist und über längere Zeit ungestört liegen bleibt. Eine Platzierung in sonniger, windgeschützter Lage sowie die Kombination mit weiteren Strukturen wie Totholz, Steinhaufen oder Wildblumenflächen steigern die Artenvielfalt zusätzlich.

 

 
Wie wird die Fläche angelegt?

Die Anlage eines Heuhaufens bietet sich insbesondere auf Flächen an, an denen bereits eine Ansaat in Form einer Blumenwiese oder eines Saums besteht. Das anfallende Material wird auf der Fläche getrocknet und anschließend locker zu einem Heuhaufen geschichtet. Für eine bessere Stabilität, bessere Belüftung und um Verwehungen zu vermeiden, werden 3 Holstämme leicht schräg in Form eines Trichters in den Boden eingeschlagen und das getrocknete Material darin aufgeschichtet. 

Wie wird die Fläche gepflegt?

Ein Heuhaufen bedarf keiner besonderen Pflege. Da er aber einer natürlichen Verwitterung unterliegt, die erwünscht ist, sollte er regelmäßig aufgefüllt werden. So kann das anfallende Mahdgut auf einer Fläche nach der Pflege auf dem Heuhaufen "entsorgt" werden und es muss nicht weit transportiert werden. 

Mit welchen Maßnahmen kann der Funktionswert für die Nutzenden erhöht werden?

Wird der Heuhaufen sichtbar platziert, etwa mit einem kleinen Beobachtungsbereich oder Sitzplatz in der Nähe, lädt er zum Verweilen und Beobachten ein. Informationstafeln oder einfache Hinweise zu den dort lebenden Tieren steigern den Lern- und Bildungswert. Durch die Einbindung in Pflegekonzepte bleibt das Mahdgut auf der Fläche und zusätzliche Wege entfallen. Eine bewusste ästhetische Rahmung – etwa durch natürliche Wege, Holzbegrenzungen oder angrenzende Blühflächen – erhöht zusätzlich den gestalterischen Wert.

 
 

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